•  Mittwoch, 19.06.2013

    Schreck am Morgen: Ein Wassertaxi fährt in den Hafen, der Schwell drückt die Loef mit dem Ankerbeschlag auf die (zum Glück hölzerne) Kante der Hafenmauer.

    Sonne, Wind und Wellen

    Wir zurren die Achterleine fester, geben vorne etwas nach, dann kehrt wieder Ruhe ein. Nach dem Auslaufen haben wir unerwartet schnell die Chance, die Segel zu setzen, wenn auch nicht für lang – bald müssen wir eindrehen und unter Motor ein Stück gegen den östlichen Wind fahren. Zum Glück geht auch dieses kleine Stückchen schnell vorbei, dann setzen wir wieder die Segel und legen einen nördlichen Kurs an. Wir sind in relativ freiem Fahrwasser unterwegs, so daß wir zwar ein wenig Welle haben, allerdings nicht allzu intensives Stäbchen suchen angesagt ist. Wir segeln an Nynäshamn vorbei, wo einige der großen Fährrouten, vorwiegend aus dem baltischen Raum (Gdansk, Ventspils, Visby, …) ankommen, so sehen wir auch einige der großen und schnellen Fähren unseren Weg kreuzen. Wirklich nahe kommt uns zumn Glück keine davon. Ansonsten wird der Segelverkehr deutlich dichte, je näher wir Stockholm kommen. Mittlerweile wieder gut geschützt durch die vielen kleinen Inseln und in engeren Fahrwassern, laufen wir am frühen Nachmittag Dalarö an. Ausblick vom Lotsenberg in DalaröWir entscheiden uns für den Sportboothafen, der wesentlich ruhigeres Liegen verspricht, als der durch die vielen Fähren und Wassertaxis unruhige städtische Anleger, dessen sonstige Gegebenheiten auch nicht unbedingt für die Loef geeignet sind. Der Nachmittag bietet genug Zeit, um noch einen Statdrundgang durch das malerische Örtchen zu machen. Der Lotsenberg bietet einen perfekten Ausblick auf die umliegenden Gewässer. Beim örtlichen Fischhändler versorgen wir uns für den Abend, im Supermarkt stocken wir die Vorräte auf und im Örtchen gönnen wir uns ein Eis – alles bei perfektem Wetter.

    Donnerstag, 20.06.2013

    Der Tag begann wie üblich mit einem schönen Frühstück. Und einem Piepen. Wir suchten den hohen, kaum zu ortenden Ton. Laderegler? Nein. Motorraum? Nein. Irgendein Stück meiner wie immer großen Elektroniksammlung? Nein. Irgendwas bei Manfred in der Kabine? Nein. Ratlosigkeit. Bis mir durch Zufall hinter dem Küchenhandtuch auffiel, daß das regelmäßige (alle 20 bis 30 Sekunden) Piepen mit dem Schalten einer roten Kontroll-LED am Kühlschrank einherging. Ooops, Welle!Beruhigend war einzig die Tatsache, daß es sich um keiner sicherheitskritisches Teil handelte und der Kühlschrank noch genug Kälte gespeichert haben sollte, um uns über Tag zu bringen und damit nach Stockholm, wo die technischen Möglichkeiten größer waren. Nach dem Auslaufen konnten wir die Segel setzen und fuhren durch die wunderschönen Schären, auf vielen davon standen wahrhaft traumhafte Häuser in jeder Größe (vermutlich unabhängig von der Größe wohl trotzdem nicht für jeden Geldbeutel). Je näher wir Stockholm kamen, desto luxuriöser wurde hier alles. Die Besiedlung hier wurde zunehmend dichter, auch der Verkehr auf dem Wasser. Kurz bevor der Wind einschlief, bekamen wir noch ein erstes mal auf dieser Reise zumindest für kurze Zeit die Chance, zu kreuzen, hatten wir doch bisher fast alle größeren Strecken mit achterlichem oder halbem Wind hinter uns gebracht und nur in den Schären ab und an einen Am-Wind-Kurs gefahren (und mangels breiter Fahrwasser statt zu kreuzen dann manchmal auf den Diesel zurückgegriffen). Unter Motor liefen wir dann in ein enges Kanalfahrwasser ein. Eng heisst nicht viel breiter als vielleicht 15 Meter – was sehr schmal ist, wenn plötzlich Motorboote von der gefühlten Größe einer Queen Mary 2 entgegenkommen. Rechts und links wurden Häuser und Boote immer größer, hier stehen Millionen, nein Milliarden an den Kanalufern. Wir legten noch einen Tankstopp ein, dann ging es aus dem Kanal aufs Hauptfahrwasser in den Stockholmer Hafen. Ende eines schönen TörnsHier ist vielleicht etwas los! Zunächst zog mit sicher 10 Knoten eine riesige Fähre an uns vorbei, unzählige Motorboote (alle: Vollgas), Wassertaxis (Vollgas), Passagierdampfer (Vollgas), Polzeiboote (Vollgas), Jetski (Vollgas) und ein Regatta-Segler (Format irgendwo Richtung Open 60, Vollzeug) fuhren hier scheinbar wild durcheinander. So kamen wir auch zu den höchsten und Wellen der Reise, die Susanne, Manfred und ich auf dem Vorschiff genossen – in dem Bewusstsein, dabei nass zu werden, was auch sehr gut funktionierte. Aber bei dem wunderbaren Wetter trocknen die Klamotten ja schnell wieder… Im Wasahafen fanden wir schnell unseren vorbestellten Liegeplatz. Die erste Prio galt dem Kühlschrank (und dem Hot-Dog-Stand, aber das ist eine andere Geschichte…) – wir verlagerten unsere Vorräte in den Kühlschrank der Hafenmeisterei, dann wurde der Kühlschrank in seine Einzelteile zerlegt. Das Problem war nicht offensichtlich, aber es kristallisierte sich heraus, daß es in der Elektronik zu liegen schien. Leider handelte es sich um einen Heisenbug, das heisst nach intensivem Durchmessen funktionierte der Kühlschrank zunächst wieder – das Vertrauen, daß er das für die nächsten zwei Monate tun würde war allerdings nicht da. Abends blieb nach dem Verspeisen einer schönen selbstgebackenen Pizza noch genügend Zeit für einen Bummel durch das Mittsommerliche Stockholm.

    Freitag, 21.06.2013

    Midsommar: Blumenkränze auf dem KopfMidsommar in Stockholm. Wunderbares Wetter. Wir bummelten alle durch die Stadt, machten Fotos, genossen die herrliche Stimmung. Nachmittags schlossen schließlich die Läden, die heute noch offen hatten. Abends gingen wir noch gemeinsam essen. Manfred, Susanne und ich putzten und packten, damit Martins Familie eine angenehme Umgebung vorfinden konnte. Zudem organisierten wir dien Fahrt zum Flughafen und rechneten die Bordkasse ab.

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  • Montag, 17.06.2013

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    Früh, aber nicht sehr früh begannen wir den Tag in Västervik. Der Wetterbericht hatte abnehmenden Wind für den Nachmittag angekündigt und wir wollten natürlich so viel wie möglich der Strecke unter Segeln zurücklegen. Die Sonne schien, als wir das Frühstück bereiteten. Anschließend machten wir die Loef seeklar und liefen aus.
    Schon kurz nach Verlassen des Hafens konnten wir die Segel setzen, dann ging es wieder in die Schärengewässer. Akribisch genau sollte man hier nach der Betonnung fahren, denn außerhalb sind viele Steine im Wasser, teils knapp unter der Wasseroberfläche, zum Teil als Schären, manchmal aber auch komplett unsichtbar. Wer hier nicht auf die Fahrwasser achtet bekommt schnell ein Problem – und das Echolot hilft nicht, denn von 30 Meter auf null kann es schneller gehen, als man reagieren kann.
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    Selbst in etwas offeneren Gewässern, die wir durchquerten, sind häufig noch verräterische Schaumkronen zu sehen, wo Felsen nur Zentimeter unter Oberfläche lauern. Sobald man aber wieder in die inneren Schärengewässer kommt, wird die Landschaft wunderschön. Auf den bewachsenen Inseln stehen häufig kleine (und größere) Sommerhäuschen; die Farben mit dem satten Blau des klaren und tiefen Wassers, das Hellblau des wolkenlosen Himmels, das tiefe Grün der Wälder und die hellen warmen Farben der Felsen geben eine typisch skandinavische Farbmischung ab.
    Der Wind schlief nicht ein und kam aus idealen südlichen Richtungen. Nur wenige Male beim Durchfahren besonders enger Stellen mussten wir den Motor anlassen. So beschlossen wir, noch einige Meilen mehr als ursprünglich für den Tag geplant zu segeln und legten auf den Zielhafen Arkösund an. Als wir diesen erreichten, war zwar der Hafenmeister noch da, der Supermarkt für einige mehr oder weniger dringende Einkäufe hatte aber gerade geschlossen. Zum Glück ließ uns der Verkäufer trotzdem noch kurz Reis und Kekse kaufen, so war das Abendessen und die Unterwegsverpflegung gerettet.
    Nach dem Abendessen blieb es zwar kurz vor Mittsommer noch ewig hell, wir verkrochen uns aber dennoch bald in die Kojen.

    Dienstag, 18.06.2013

    Die Restmeilen bis Stockholm wurden immer weniger und so gingen wir den Tag langsam an. Gemütliches Frühstück, Loef seeklar machen und erstmal Tanken fahren. Zwar hatten wir nicht sonderlich viele Motorstunden angesammelt bisher und mussten nur ca. 25 Liter nachtanken. Da der Wind vor dem Hafen aber kaum wehte, wollten wir auf Nummer sicher gehen und genügend Brennstoff für die kommenden Tage bunkern – auch bei eventuellen längeren Motorfahrten.
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    Nach dem Ablegen setzten wir testweise doch erstmal die Segel – und stellten schnell fest, daß wir wieder beste Segelbedingungen hatten. Über den Tag änderte sich die Schärenlandschaft wieder merklich. Zunächst relativ offene Gewässer mit vereinzelten Steinen, dann engere Passagen wie am Vortag. Wieder mussten wir penibel den Fahrwassern folgen, um nicht Gefahr zu laufen, auf irgendeinem Felsen aufzulaufen. Wir passierten einen Industriehafen, diverser Schiffsverkehr eng um uns herum. Als Wanseesegler sollte man das gewohnt sein, hier aber nimmt man das schneller als viel Verkehr wahr.
    Der Wind drehte langsam. Irgendwann mussten wir kurze Passagen mit dem Motor unterstützen, irgendwann liefen wir aber direkt gegenan. Der Wind hatte auf Ost gedreht und unser Kurs führte uns genau in diese Richtung. Zudem flaute der Wind nicht wie angekündigt ab, sondern frischte auf. Waren wir zu Beginn des Tages in Shorts und T-Shirt unterwegs, war der über die freie Wasserfläche Wind gegen Nachmittag schon spürbar kühl. Die Loef stampfte durch die Wellen, aber Platz um unter Segel zu kreuzen gab es nicht wirklich, obwohl die Wasserfläche recht offen war. Die Schären sind mitterweile kahl und von Wind und Wetter geprägt. Wir setzten letztlich Kurs auf den Hafen von Landsort, wir gegen halb acht abends festmachten.
    Nach dem Essen saßen wir noch gemütlich zusammen, ein paar Geschichten wurden erzählt, wir freuten uns über einen weiteren schönen Segeltag. Und  natürlich entstanden die Törnberichte!

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  • Samstag, 15.06.2013

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    Der Wind hatte etwas abgenommen, die Sonne lugte hervor, die Windrichtung stimmte. Der Morgen begrüßte uns mit perfekten Bedingungen. Martin eilte in die Innenstadt, um Brötchen zu besorgen und wir frühstückten früh, aber entspannt. Viele andere hatten den Hafen schon lange vor uns verlassen, wir starteten um kurz nach halb neun.
    Den Motor nutzten wir im wesentlichen, um uns rückwärts aus dem Stand zu verholen, dann setzten wir noch im Hafenbecken das Großsegel und machten die Maschine aus. Unter Segel schlichen wir regelrecht aus dem Hafen, kaum bogen wir in die Fahrrinne ein, spürten wir den noch immer kräftigen Wind und bekamen etwas Welle. Das erste Highlight war das Unterqueren der Kalmarsund-Brücke.
    Schon mit dem Groß allein waren wir recht schnell unterwegs, fast sechs Knoten auf der Logge. Ein “Schau mal Martin, der mit dem Spinnaker ist aber schneller als wir!” von Manfred verfehlte seine Wirkung nicht und Martin holte den Spi hervor.
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    Mit dieser Beseglung überholten wir diverse Boote, die vor uns aus Kalmar ausgelaufen waren und auch alle den achterlichen Wind und das schöne Wetter für die Fahrt nach Norden nutzten. Mit teils über sieben Knoten trieb uns der Wind durch den Kalmarsund.
    Beim Ziel hatten wir uns nicht genau festgelegt. Da es aber so gut lief, segelten wir an einigen möglichen Häfen vorbei und steuerten letztlich bei Figeholm in die Schärengewässer. Ein erster Eindruck, was uns die nächsten Tage erwarten würde ergab sich hier schon: Schmale Tonnenstriche, ringsherum Steine, die nur knapp oder gar nicht aus dem Wasser ragten. Dafür eine wunderschöne, typisch schwedische Landschaft.
    Nach der Ankunft in dem beschaulichen Hafen machten wir einen kurzen Ortsrundgang, dann gab es Essen. Der Abend war dann nicht mehr so lang, später zog auch ein Regengebiet über uns hinweg, so daß wir die Tropfen aufs Deck prasseln hörten zum Einschlafen.

    Sonntag, 16.06.2013

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    Wir starteten nicht ganz so früh in den Tag. Västervik setzten wir uns als Tagesziel, eine nicht allzu weite Etappe. Die Fahrt führt großenteils durch die Schärengewässer, so daß wir auch mit den heute angesagten Winden nicht von den Geschwindigkeiten der letzten Tage ausgingen. Der Morgen begrüßte uns warm und sonnig und im geschützten Hafen spürten wir auch kaum Wind.
    Als wir ausliefen wurde es allerdings langsam schon etwas kühler, so daß wir unsere langärmlige Oberbekleidung wählten – bis auf Martin, welcher aber immerhin schon nach kurzer Zeit zumindest von Shorts auf lange Hose wechselte. Am Horizont waren ringsum immer wieder Wolken zu sehen, speziell als wir aus den engen Schärengewässern teilweise in offenere Fahrwasser kamen. Später zogen auch ein paar kleine Schauer über uns hinweg, aber kein wirklicher Regen. Nach dem ersten Schauer allerdings schlief der Wind ein und wir mussten eine Strecke unter Motor laufen.
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    Wir segelten am Kernkraftwerk Oskarsham vorbei, dann wieder in engere Schärengewässer. Der spannendste Abschnitt war die Durchquerung einer engen Felsformation an der Insel Spårö, wo links und rechts die Felsen mehrere Dutzend Meter in die Höhe ragen. Bei auffrischendem Wind und mit dunklen Wolken immer in Sichtweite liefen wir anschließend Västervik an.
    Nachdem wir klar Schiff gemacht hatten liefen wir noch durch die Stadt und setzten uns in ein Café, dann ging es zurück zur Loef, wo wir Köttbullar mit Kartoffeln und Möhren als Abendessen zubereiteten. Es folgte ein ruhiger Abend an Bord.

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    Nach langer Zeit trieb es mich mal wieder aufs Wasser. Zusammen mit Susanne ließ ich mich von meinen Eltern mit der Andante von Marienwerder nach Kröslin bringen, wo wir am Montag (10.06.2013) Mittag auf Martin und Manfred trafen, die zusammen mit Silke, die das Auto wieder nach Berlin bringen musste, dort eintrafen. Die Loef lag schon seit einigen Wochen in der Marina bereit, nachdem Martin sie aus Berlin überführt hatte.
    Zunächst ging es zum Supermarkt, um Vorräte für die kommenden Tage zu kaufen. Anschließend sortierten wir alles in den Stauraum, bevor wir die persönlichen Dinge an Bord brachten und unsere Kojen herrichteten. Am Abend ging es noch zusammen mit meinen Eltern ins Restaurant der Marina, wo wir gemütlich aßen, bevor es zeitig in die Kojen ging, da wir am Dienstag früh aufbrechen wollten.

    Dienstag, 11.06.2013

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    Um sechs Uhr morgens klingelten die Wecker, wir frühstückten und machten die Loef klar zum Auslaufen. Meine Eltern halfen beim Ablegen und winkten und noch hinterher. Der in den letzten Tagen nördliche Wind hatte mittlerweile auf westlichere Richtungen gedreht und auch auf eine angenehme Stärke von drei bis vier Beaufort zugenommen, so daß wir uns entschieden, den Ruden und die Greifswalder Oie an Backbord zu lassen und Kurs auf die Ostseite Bornholms zu legen. Die Segel konnten wir schon gleich nach dem Verlassen der Peenemündung südlich des Rudens ziehen, dann segelten wir mit 5-6 Knoten bei halbem Wind auf direkten Kurs. Wir hatten eine leichte Welle von ungefähr einem halben Meter, die schräg achterlich unter das Schiff lief und der Tag war bestimmt von Sonne und blauem Himmel. Unsere Sonnencreme wurde auf eine harte Probe gestellt.
    Bald schon sahen wir über dem Horizont eine einzelne Wolke voraus. Da sich Wolken oft über einer Küstenlinie bilden, war klar, daß diese Wolke über Bornholm stand, denn sie blieb voraus und zog nicht weiter. Sie diente uns neben Kompass und GPS über viele Stunden als Navigationshilfe. Erst als Bornholm schon fast in Sichtweite war, wurde sie kleiner und verschwand, wir mussten unseren Kurs aber auch ändern, da die Deutsche Marine ein Minensuchmanöver durchführte und wir den Kurs der Suchdrohnen kreuzten.
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    Die beiden autonom fahrenden Schiffe sahen wir dann an uns vorbei ziehen. Etwas nervös machte nur die Aussage des Funkers der Pegnitz, der ankündigte, man müsse sonst versuchen, die Drohne auf manuelle Steuerung umzustellen. Ich hoffe doch sehr, daß man dies im Zweifel einfach tun kann und nicht erst versuchen muss.
    Gegen Abend bei abnehmender Temperatur wurde es leicht diesig und der Wind schlief ein, so daß wir die Segel bargen und die restlichen paar Meilen unter Motor zurücklegten. Die Sonne sahen über Bornholm untergehen, mit dem letzten Tageslicht erreichten wir Nexø. Da wir unterwegs Nudeln gegessen hatten ging es nach dem Anlegen fast sofort ins Bett.

    Mittwoch, 12.06.2013

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    Am nächsten Morgen war wiederum frühes Aufstehen angesagt, denn der Schlag nach Schweden würde ähnlich lang werden, wie der von Kröslin nach Bornholm. Der Wind morgens war schwach, wir mussten unter Maschine laufen und verlagerten das Frühstück auf die Zeit nach dem Ablegen. Zuerst frühstückten Susanne und Manfred, später frühstückte ich mit Martin unter Deck. Schon bald danach wurde der Wellengang wieder stärker, als wir aus der Abdeckung der Insel fuhren und auch der Wind nahm leicht zu. Irgendwann genug, um die Segel zu setzen und die Maschine aus zu machen – immer wieder eine herrliche Ruhe, die dann einkehrt. Da Wind und Welle fast achterlich kamen, wurde das Steuern allerdings anstrengender, denn wir mussten aufpassen, daß die Segel nicht zu sehr schlugen oder wir eine unbeabsichtigte Halse fuhren.
    Der Schiffsverkehr zwischen Bornholm und Schweden war an diesem Tag mäßig, was aber dennoch hieß, daß am Horizont einige sehr große Pötte vorbeizogen. Als wir den Tiefwasserweg querten, waren aber nur kleinere Frachter unterwegs, nur einer kam uns auf wenige hundert Meter nahe, die anderen zogen weiter entfernt vorbei.
    Am Abend liefen wir Kristianopel an. Von anderen im Hafen bekamen wir den Zugangscode für die Sanitäranlagen und konnten die warmen und zeitlich unbegrenzten Duschen nutzen. An Bord bereitete Manfred das Essen zu, so daß wir den Abend mit einer guten Mahlzeit in idyllischer Umgebung beschließen konnten.

    Donnerstag, 13.06.2013

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    Wie nach der Wettervorhersage erwartet, war es am Morgen grau, der blaue Himmel der vorigen Tage vergangen. Ein kräftiger Wind blies aus Süd-Südwest, im Hafen war davon wegen der abgedeckten Lage aber kaum etwas zu bemerken. Wir verließen den Hafen nach einem ordentlichen Frühstück und vielen anderen Seglern, die meisten brachen wie wir in Richtung Kalmar auf – damit stand uns heute eine kürzere Etappe bevor. Zum Nachmittag und Abend war allerdings auffrischender Wind angesagt.
    Hinter dem Hafen zogen wir zunächst nur die Fock, solange wir unter der Abdeckung waren ging es nur langsam voran. Am Ende des Tonnenstrichs entschieden wir, das Groß zu setzen und auf unseren Vorwindkurs einzuschwenken. Mit Spibaum und Bullenstander konnten wir trotz der hohen Wellen von Achtern einen stabilen Schmetterling setzen, der die Loef schnell auf sechs bis sieben Knoten trieb. Je länger wir fuhren, desto stärker wurde auch der Wind, später erreichten wir – immernoch mit Vollzeug – auf der Logge gute acht bis neun Knoten beim Aussurfen der Wellen.
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    Und da ja bekanntliche ein Boot zwar ein Boot, zwei Boote aber eine Regatta sind, war auch die Motivation da, die in Sicht befindlichen anderen Segler zu überholen, was uns auch gelang – den letzten kriegten wir allerdings erst, als er bei dem mittlerweile wirklich starken Wind leichte Probleme hatte, seinen Spinnaker zu bergen.
    Schon Mittags liefen wir nach kurzen und schnellen 35 Seemeilen in Kalmar ein, dort bekamen wir einen guten Platz und machten noch eine kleine Besichtigungstour durch das Schloß und die Altstadt.

    Freitag, 14.06.2013

    Der Wind ließ die meisten Segler heute im Hafen bleiben, so auch uns. Kalmar hat eine nette Innenstadt und gute Infrastruktur, so daß hier ein Hafentag auch gut zu nutzen ist. Kalmar wird zu dieser Zeit von Abiturienten bevölkert, die ausgelassen ihren Abschluss feiern. Zu den wenigen Seglern, die an diesem Tag einliefen, gehörten Irene und Knut – Freunde meiner Eltern. Wir trennten uns auf und besichtigen Stadt und Umland, nutzten auch die im Hafen zur Verfügung stehende Sauna aus. Abends ging es dann nochmals in die Innenstadt in ein Restaurant.

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  • Neuhof – Wieck/Ladebow

    Regen auf den InstrumentenGrauer Himmel, heulende Wanten und Regen – genau das Wetter, was zum letzten Tag einer Reise paßt. Wir haben keine sonderlich lange Strecke vor uns und der Wetterbericht läßt vermuten, daß wir zumindest ohne Regen segeln können, wenn wir uns beim Frühstück etwas Zeit lassen.
    Nach einem kleinen Malheur mit dem Orangensaft beim Frühstück mußten wir die Untersetzer vom Frühstückstisch waschen und trocknen. Der Wind allerdings war etwas stärker als unsere Wäscheklammern und so segelten zwei der Untersetzer ins Wasser. Nachdem eifriges Fischen mit dem Schrubber zu keinerlei Erfolgen führte, erbarmte sich Wolfgang und stieg ins kühle Wasser, so daß wir die Sets vollständig zurückbringen konnten.

    GischtAls der Regen aufhörte und sich die Wolken etwas lichteten machten wir die Harmonie seeklar und liefen aus. Im Strelasund wagten wir zunächst einen Versuch mit dem Groß auf Reff 2 und der Fock, doch nach einigen Kreuzschlägen entschieden wir, das Groß zu bergen und nur unter Fock weiter zu segeln. Die Harmonie lag ruhiger im Wasser und lief immernoch mit 6-7 Knoten. Nachdem wir die Abdeckung verließen und in den Bodden segelten kamen zum starken Wind auch noch ein paar größere Wellen hinzu, so daß mehr und mehr Wasser über das Deck fegte.
    Erst als wir näher an Wieck herankamen wurden die Wellen wieder kleiner und die Fahrt trockener. Wir segelten in den Hafen und machten vor der Brücke noch an der Mole fest, aber schon wenig später öffnete sich die Brücke und wir konnten zum Anleger in Ladebow motoren.
    Mit den Resten unserer Vorräte stärkten wir uns, bevor wir ans Packen gingen und alles in Martins Bus räumten. Am frühen Abend fuhren wir schließlich nach Berlin zurück.

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  • 1A! Hoffe, Ihr bekommt doch noch etwas besseren Wind und br...
  • Hey, klingt ja super! Allen noch viel Spaß! LG aus Berlin...
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  • Hallo liebe "HARMONIE" Crew, wir wünschen noch einen net...
  • Na, dann eine letzte gute Nacht an Bord und gute Rückreise!...