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    Nach langer Zeit trieb es mich mal wieder aufs Wasser. Zusammen mit Susanne ließ ich mich von meinen Eltern mit der Andante von Marienwerder nach Kröslin bringen, wo wir am Montag (10.06.2013) Mittag auf Martin und Manfred trafen, die zusammen mit Silke, die das Auto wieder nach Berlin bringen musste, dort eintrafen. Die Loef lag schon seit einigen Wochen in der Marina bereit, nachdem Martin sie aus Berlin überführt hatte.
    Zunächst ging es zum Supermarkt, um Vorräte für die kommenden Tage zu kaufen. Anschließend sortierten wir alles in den Stauraum, bevor wir die persönlichen Dinge an Bord brachten und unsere Kojen herrichteten. Am Abend ging es noch zusammen mit meinen Eltern ins Restaurant der Marina, wo wir gemütlich aßen, bevor es zeitig in die Kojen ging, da wir am Dienstag früh aufbrechen wollten.

    Dienstag, 11.06.2013

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    Um sechs Uhr morgens klingelten die Wecker, wir frühstückten und machten die Loef klar zum Auslaufen. Meine Eltern halfen beim Ablegen und winkten und noch hinterher. Der in den letzten Tagen nördliche Wind hatte mittlerweile auf westlichere Richtungen gedreht und auch auf eine angenehme Stärke von drei bis vier Beaufort zugenommen, so daß wir uns entschieden, den Ruden und die Greifswalder Oie an Backbord zu lassen und Kurs auf die Ostseite Bornholms zu legen. Die Segel konnten wir schon gleich nach dem Verlassen der Peenemündung südlich des Rudens ziehen, dann segelten wir mit 5-6 Knoten bei halbem Wind auf direkten Kurs. Wir hatten eine leichte Welle von ungefähr einem halben Meter, die schräg achterlich unter das Schiff lief und der Tag war bestimmt von Sonne und blauem Himmel. Unsere Sonnencreme wurde auf eine harte Probe gestellt.
    Bald schon sahen wir über dem Horizont eine einzelne Wolke voraus. Da sich Wolken oft über einer Küstenlinie bilden, war klar, daß diese Wolke über Bornholm stand, denn sie blieb voraus und zog nicht weiter. Sie diente uns neben Kompass und GPS über viele Stunden als Navigationshilfe. Erst als Bornholm schon fast in Sichtweite war, wurde sie kleiner und verschwand, wir mussten unseren Kurs aber auch ändern, da die Deutsche Marine ein Minensuchmanöver durchführte und wir den Kurs der Suchdrohnen kreuzten.
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    Die beiden autonom fahrenden Schiffe sahen wir dann an uns vorbei ziehen. Etwas nervös machte nur die Aussage des Funkers der Pegnitz, der ankündigte, man müsse sonst versuchen, die Drohne auf manuelle Steuerung umzustellen. Ich hoffe doch sehr, daß man dies im Zweifel einfach tun kann und nicht erst versuchen muss.
    Gegen Abend bei abnehmender Temperatur wurde es leicht diesig und der Wind schlief ein, so daß wir die Segel bargen und die restlichen paar Meilen unter Motor zurücklegten. Die Sonne sahen über Bornholm untergehen, mit dem letzten Tageslicht erreichten wir Nexø. Da wir unterwegs Nudeln gegessen hatten ging es nach dem Anlegen fast sofort ins Bett.

    Mittwoch, 12.06.2013

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    Am nächsten Morgen war wiederum frühes Aufstehen angesagt, denn der Schlag nach Schweden würde ähnlich lang werden, wie der von Kröslin nach Bornholm. Der Wind morgens war schwach, wir mussten unter Maschine laufen und verlagerten das Frühstück auf die Zeit nach dem Ablegen. Zuerst frühstückten Susanne und Manfred, später frühstückte ich mit Martin unter Deck. Schon bald danach wurde der Wellengang wieder stärker, als wir aus der Abdeckung der Insel fuhren und auch der Wind nahm leicht zu. Irgendwann genug, um die Segel zu setzen und die Maschine aus zu machen – immer wieder eine herrliche Ruhe, die dann einkehrt. Da Wind und Welle fast achterlich kamen, wurde das Steuern allerdings anstrengender, denn wir mussten aufpassen, daß die Segel nicht zu sehr schlugen oder wir eine unbeabsichtigte Halse fuhren.
    Der Schiffsverkehr zwischen Bornholm und Schweden war an diesem Tag mäßig, was aber dennoch hieß, daß am Horizont einige sehr große Pötte vorbeizogen. Als wir den Tiefwasserweg querten, waren aber nur kleinere Frachter unterwegs, nur einer kam uns auf wenige hundert Meter nahe, die anderen zogen weiter entfernt vorbei.
    Am Abend liefen wir Kristianopel an. Von anderen im Hafen bekamen wir den Zugangscode für die Sanitäranlagen und konnten die warmen und zeitlich unbegrenzten Duschen nutzen. An Bord bereitete Manfred das Essen zu, so daß wir den Abend mit einer guten Mahlzeit in idyllischer Umgebung beschließen konnten.

    Donnerstag, 13.06.2013

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    Wie nach der Wettervorhersage erwartet, war es am Morgen grau, der blaue Himmel der vorigen Tage vergangen. Ein kräftiger Wind blies aus Süd-Südwest, im Hafen war davon wegen der abgedeckten Lage aber kaum etwas zu bemerken. Wir verließen den Hafen nach einem ordentlichen Frühstück und vielen anderen Seglern, die meisten brachen wie wir in Richtung Kalmar auf – damit stand uns heute eine kürzere Etappe bevor. Zum Nachmittag und Abend war allerdings auffrischender Wind angesagt.
    Hinter dem Hafen zogen wir zunächst nur die Fock, solange wir unter der Abdeckung waren ging es nur langsam voran. Am Ende des Tonnenstrichs entschieden wir, das Groß zu setzen und auf unseren Vorwindkurs einzuschwenken. Mit Spibaum und Bullenstander konnten wir trotz der hohen Wellen von Achtern einen stabilen Schmetterling setzen, der die Loef schnell auf sechs bis sieben Knoten trieb. Je länger wir fuhren, desto stärker wurde auch der Wind, später erreichten wir – immernoch mit Vollzeug – auf der Logge gute acht bis neun Knoten beim Aussurfen der Wellen.
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    Und da ja bekanntliche ein Boot zwar ein Boot, zwei Boote aber eine Regatta sind, war auch die Motivation da, die in Sicht befindlichen anderen Segler zu überholen, was uns auch gelang – den letzten kriegten wir allerdings erst, als er bei dem mittlerweile wirklich starken Wind leichte Probleme hatte, seinen Spinnaker zu bergen.
    Schon Mittags liefen wir nach kurzen und schnellen 35 Seemeilen in Kalmar ein, dort bekamen wir einen guten Platz und machten noch eine kleine Besichtigungstour durch das Schloß und die Altstadt.

    Freitag, 14.06.2013

    Der Wind ließ die meisten Segler heute im Hafen bleiben, so auch uns. Kalmar hat eine nette Innenstadt und gute Infrastruktur, so daß hier ein Hafentag auch gut zu nutzen ist. Kalmar wird zu dieser Zeit von Abiturienten bevölkert, die ausgelassen ihren Abschluss feiern. Zu den wenigen Seglern, die an diesem Tag einliefen, gehörten Irene und Knut – Freunde meiner Eltern. Wir trennten uns auf und besichtigen Stadt und Umland, nutzten auch die im Hafen zur Verfügung stehende Sauna aus. Abends ging es dann nochmals in die Innenstadt in ein Restaurant.

    Posted by ob @ 17:07

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1 Comment to Kröslin – Stockholm: 1. bis 4. Tag

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