• Montag, 17.06.2013

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    Früh, aber nicht sehr früh begannen wir den Tag in Västervik. Der Wetterbericht hatte abnehmenden Wind für den Nachmittag angekündigt und wir wollten natürlich so viel wie möglich der Strecke unter Segeln zurücklegen. Die Sonne schien, als wir das Frühstück bereiteten. Anschließend machten wir die Loef seeklar und liefen aus.
    Schon kurz nach Verlassen des Hafens konnten wir die Segel setzen, dann ging es wieder in die Schärengewässer. Akribisch genau sollte man hier nach der Betonnung fahren, denn außerhalb sind viele Steine im Wasser, teils knapp unter der Wasseroberfläche, zum Teil als Schären, manchmal aber auch komplett unsichtbar. Wer hier nicht auf die Fahrwasser achtet bekommt schnell ein Problem – und das Echolot hilft nicht, denn von 30 Meter auf null kann es schneller gehen, als man reagieren kann.
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    Selbst in etwas offeneren Gewässern, die wir durchquerten, sind häufig noch verräterische Schaumkronen zu sehen, wo Felsen nur Zentimeter unter Oberfläche lauern. Sobald man aber wieder in die inneren Schärengewässer kommt, wird die Landschaft wunderschön. Auf den bewachsenen Inseln stehen häufig kleine (und größere) Sommerhäuschen; die Farben mit dem satten Blau des klaren und tiefen Wassers, das Hellblau des wolkenlosen Himmels, das tiefe Grün der Wälder und die hellen warmen Farben der Felsen geben eine typisch skandinavische Farbmischung ab.
    Der Wind schlief nicht ein und kam aus idealen südlichen Richtungen. Nur wenige Male beim Durchfahren besonders enger Stellen mussten wir den Motor anlassen. So beschlossen wir, noch einige Meilen mehr als ursprünglich für den Tag geplant zu segeln und legten auf den Zielhafen Arkösund an. Als wir diesen erreichten, war zwar der Hafenmeister noch da, der Supermarkt für einige mehr oder weniger dringende Einkäufe hatte aber gerade geschlossen. Zum Glück ließ uns der Verkäufer trotzdem noch kurz Reis und Kekse kaufen, so war das Abendessen und die Unterwegsverpflegung gerettet.
    Nach dem Abendessen blieb es zwar kurz vor Mittsommer noch ewig hell, wir verkrochen uns aber dennoch bald in die Kojen.

    Dienstag, 18.06.2013

    Die Restmeilen bis Stockholm wurden immer weniger und so gingen wir den Tag langsam an. Gemütliches Frühstück, Loef seeklar machen und erstmal Tanken fahren. Zwar hatten wir nicht sonderlich viele Motorstunden angesammelt bisher und mussten nur ca. 25 Liter nachtanken. Da der Wind vor dem Hafen aber kaum wehte, wollten wir auf Nummer sicher gehen und genügend Brennstoff für die kommenden Tage bunkern – auch bei eventuellen längeren Motorfahrten.
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    Nach dem Ablegen setzten wir testweise doch erstmal die Segel – und stellten schnell fest, daß wir wieder beste Segelbedingungen hatten. Über den Tag änderte sich die Schärenlandschaft wieder merklich. Zunächst relativ offene Gewässer mit vereinzelten Steinen, dann engere Passagen wie am Vortag. Wieder mussten wir penibel den Fahrwassern folgen, um nicht Gefahr zu laufen, auf irgendeinem Felsen aufzulaufen. Wir passierten einen Industriehafen, diverser Schiffsverkehr eng um uns herum. Als Wanseesegler sollte man das gewohnt sein, hier aber nimmt man das schneller als viel Verkehr wahr.
    Der Wind drehte langsam. Irgendwann mussten wir kurze Passagen mit dem Motor unterstützen, irgendwann liefen wir aber direkt gegenan. Der Wind hatte auf Ost gedreht und unser Kurs führte uns genau in diese Richtung. Zudem flaute der Wind nicht wie angekündigt ab, sondern frischte auf. Waren wir zu Beginn des Tages in Shorts und T-Shirt unterwegs, war der über die freie Wasserfläche Wind gegen Nachmittag schon spürbar kühl. Die Loef stampfte durch die Wellen, aber Platz um unter Segel zu kreuzen gab es nicht wirklich, obwohl die Wasserfläche recht offen war. Die Schären sind mitterweile kahl und von Wind und Wetter geprägt. Wir setzten letztlich Kurs auf den Hafen von Landsort, wir gegen halb acht abends festmachten.
    Nach dem Essen saßen wir noch gemütlich zusammen, ein paar Geschichten wurden erzählt, wir freuten uns über einen weiteren schönen Segeltag. Und  natürlich entstanden die Törnberichte!

    Posted by ob @ 22:01

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