•  Mittwoch, 19.06.2013

    Schreck am Morgen: Ein Wassertaxi fährt in den Hafen, der Schwell drückt die Loef mit dem Ankerbeschlag auf die (zum Glück hölzerne) Kante der Hafenmauer.

    Sonne, Wind und Wellen

    Wir zurren die Achterleine fester, geben vorne etwas nach, dann kehrt wieder Ruhe ein. Nach dem Auslaufen haben wir unerwartet schnell die Chance, die Segel zu setzen, wenn auch nicht für lang – bald müssen wir eindrehen und unter Motor ein Stück gegen den östlichen Wind fahren. Zum Glück geht auch dieses kleine Stückchen schnell vorbei, dann setzen wir wieder die Segel und legen einen nördlichen Kurs an. Wir sind in relativ freiem Fahrwasser unterwegs, so daß wir zwar ein wenig Welle haben, allerdings nicht allzu intensives Stäbchen suchen angesagt ist. Wir segeln an Nynäshamn vorbei, wo einige der großen Fährrouten, vorwiegend aus dem baltischen Raum (Gdansk, Ventspils, Visby, …) ankommen, so sehen wir auch einige der großen und schnellen Fähren unseren Weg kreuzen. Wirklich nahe kommt uns zumn Glück keine davon. Ansonsten wird der Segelverkehr deutlich dichte, je näher wir Stockholm kommen. Mittlerweile wieder gut geschützt durch die vielen kleinen Inseln und in engeren Fahrwassern, laufen wir am frühen Nachmittag Dalarö an. Ausblick vom Lotsenberg in DalaröWir entscheiden uns für den Sportboothafen, der wesentlich ruhigeres Liegen verspricht, als der durch die vielen Fähren und Wassertaxis unruhige städtische Anleger, dessen sonstige Gegebenheiten auch nicht unbedingt für die Loef geeignet sind. Der Nachmittag bietet genug Zeit, um noch einen Statdrundgang durch das malerische Örtchen zu machen. Der Lotsenberg bietet einen perfekten Ausblick auf die umliegenden Gewässer. Beim örtlichen Fischhändler versorgen wir uns für den Abend, im Supermarkt stocken wir die Vorräte auf und im Örtchen gönnen wir uns ein Eis – alles bei perfektem Wetter.

    Donnerstag, 20.06.2013

    Der Tag begann wie üblich mit einem schönen Frühstück. Und einem Piepen. Wir suchten den hohen, kaum zu ortenden Ton. Laderegler? Nein. Motorraum? Nein. Irgendein Stück meiner wie immer großen Elektroniksammlung? Nein. Irgendwas bei Manfred in der Kabine? Nein. Ratlosigkeit. Bis mir durch Zufall hinter dem Küchenhandtuch auffiel, daß das regelmäßige (alle 20 bis 30 Sekunden) Piepen mit dem Schalten einer roten Kontroll-LED am Kühlschrank einherging. Ooops, Welle!Beruhigend war einzig die Tatsache, daß es sich um keiner sicherheitskritisches Teil handelte und der Kühlschrank noch genug Kälte gespeichert haben sollte, um uns über Tag zu bringen und damit nach Stockholm, wo die technischen Möglichkeiten größer waren. Nach dem Auslaufen konnten wir die Segel setzen und fuhren durch die wunderschönen Schären, auf vielen davon standen wahrhaft traumhafte Häuser in jeder Größe (vermutlich unabhängig von der Größe wohl trotzdem nicht für jeden Geldbeutel). Je näher wir Stockholm kamen, desto luxuriöser wurde hier alles. Die Besiedlung hier wurde zunehmend dichter, auch der Verkehr auf dem Wasser. Kurz bevor der Wind einschlief, bekamen wir noch ein erstes mal auf dieser Reise zumindest für kurze Zeit die Chance, zu kreuzen, hatten wir doch bisher fast alle größeren Strecken mit achterlichem oder halbem Wind hinter uns gebracht und nur in den Schären ab und an einen Am-Wind-Kurs gefahren (und mangels breiter Fahrwasser statt zu kreuzen dann manchmal auf den Diesel zurückgegriffen). Unter Motor liefen wir dann in ein enges Kanalfahrwasser ein. Eng heisst nicht viel breiter als vielleicht 15 Meter – was sehr schmal ist, wenn plötzlich Motorboote von der gefühlten Größe einer Queen Mary 2 entgegenkommen. Rechts und links wurden Häuser und Boote immer größer, hier stehen Millionen, nein Milliarden an den Kanalufern. Wir legten noch einen Tankstopp ein, dann ging es aus dem Kanal aufs Hauptfahrwasser in den Stockholmer Hafen. Ende eines schönen TörnsHier ist vielleicht etwas los! Zunächst zog mit sicher 10 Knoten eine riesige Fähre an uns vorbei, unzählige Motorboote (alle: Vollgas), Wassertaxis (Vollgas), Passagierdampfer (Vollgas), Polzeiboote (Vollgas), Jetski (Vollgas) und ein Regatta-Segler (Format irgendwo Richtung Open 60, Vollzeug) fuhren hier scheinbar wild durcheinander. So kamen wir auch zu den höchsten und Wellen der Reise, die Susanne, Manfred und ich auf dem Vorschiff genossen – in dem Bewusstsein, dabei nass zu werden, was auch sehr gut funktionierte. Aber bei dem wunderbaren Wetter trocknen die Klamotten ja schnell wieder… Im Wasahafen fanden wir schnell unseren vorbestellten Liegeplatz. Die erste Prio galt dem Kühlschrank (und dem Hot-Dog-Stand, aber das ist eine andere Geschichte…) – wir verlagerten unsere Vorräte in den Kühlschrank der Hafenmeisterei, dann wurde der Kühlschrank in seine Einzelteile zerlegt. Das Problem war nicht offensichtlich, aber es kristallisierte sich heraus, daß es in der Elektronik zu liegen schien. Leider handelte es sich um einen Heisenbug, das heisst nach intensivem Durchmessen funktionierte der Kühlschrank zunächst wieder – das Vertrauen, daß er das für die nächsten zwei Monate tun würde war allerdings nicht da. Abends blieb nach dem Verspeisen einer schönen selbstgebackenen Pizza noch genügend Zeit für einen Bummel durch das Mittsommerliche Stockholm.

    Freitag, 21.06.2013

    Midsommar: Blumenkränze auf dem KopfMidsommar in Stockholm. Wunderbares Wetter. Wir bummelten alle durch die Stadt, machten Fotos, genossen die herrliche Stimmung. Nachmittags schlossen schließlich die Läden, die heute noch offen hatten. Abends gingen wir noch gemeinsam essen. Manfred, Susanne und ich putzten und packten, damit Martins Familie eine angenehme Umgebung vorfinden konnte. Zudem organisierten wir dien Fahrt zum Flughafen und rechneten die Bordkasse ab.

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  • Montag, 17.06.2013

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    Früh, aber nicht sehr früh begannen wir den Tag in Västervik. Der Wetterbericht hatte abnehmenden Wind für den Nachmittag angekündigt und wir wollten natürlich so viel wie möglich der Strecke unter Segeln zurücklegen. Die Sonne schien, als wir das Frühstück bereiteten. Anschließend machten wir die Loef seeklar und liefen aus.
    Schon kurz nach Verlassen des Hafens konnten wir die Segel setzen, dann ging es wieder in die Schärengewässer. Akribisch genau sollte man hier nach der Betonnung fahren, denn außerhalb sind viele Steine im Wasser, teils knapp unter der Wasseroberfläche, zum Teil als Schären, manchmal aber auch komplett unsichtbar. Wer hier nicht auf die Fahrwasser achtet bekommt schnell ein Problem – und das Echolot hilft nicht, denn von 30 Meter auf null kann es schneller gehen, als man reagieren kann.
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    Selbst in etwas offeneren Gewässern, die wir durchquerten, sind häufig noch verräterische Schaumkronen zu sehen, wo Felsen nur Zentimeter unter Oberfläche lauern. Sobald man aber wieder in die inneren Schärengewässer kommt, wird die Landschaft wunderschön. Auf den bewachsenen Inseln stehen häufig kleine (und größere) Sommerhäuschen; die Farben mit dem satten Blau des klaren und tiefen Wassers, das Hellblau des wolkenlosen Himmels, das tiefe Grün der Wälder und die hellen warmen Farben der Felsen geben eine typisch skandinavische Farbmischung ab.
    Der Wind schlief nicht ein und kam aus idealen südlichen Richtungen. Nur wenige Male beim Durchfahren besonders enger Stellen mussten wir den Motor anlassen. So beschlossen wir, noch einige Meilen mehr als ursprünglich für den Tag geplant zu segeln und legten auf den Zielhafen Arkösund an. Als wir diesen erreichten, war zwar der Hafenmeister noch da, der Supermarkt für einige mehr oder weniger dringende Einkäufe hatte aber gerade geschlossen. Zum Glück ließ uns der Verkäufer trotzdem noch kurz Reis und Kekse kaufen, so war das Abendessen und die Unterwegsverpflegung gerettet.
    Nach dem Abendessen blieb es zwar kurz vor Mittsommer noch ewig hell, wir verkrochen uns aber dennoch bald in die Kojen.

    Dienstag, 18.06.2013

    Die Restmeilen bis Stockholm wurden immer weniger und so gingen wir den Tag langsam an. Gemütliches Frühstück, Loef seeklar machen und erstmal Tanken fahren. Zwar hatten wir nicht sonderlich viele Motorstunden angesammelt bisher und mussten nur ca. 25 Liter nachtanken. Da der Wind vor dem Hafen aber kaum wehte, wollten wir auf Nummer sicher gehen und genügend Brennstoff für die kommenden Tage bunkern – auch bei eventuellen längeren Motorfahrten.
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    Nach dem Ablegen setzten wir testweise doch erstmal die Segel – und stellten schnell fest, daß wir wieder beste Segelbedingungen hatten. Über den Tag änderte sich die Schärenlandschaft wieder merklich. Zunächst relativ offene Gewässer mit vereinzelten Steinen, dann engere Passagen wie am Vortag. Wieder mussten wir penibel den Fahrwassern folgen, um nicht Gefahr zu laufen, auf irgendeinem Felsen aufzulaufen. Wir passierten einen Industriehafen, diverser Schiffsverkehr eng um uns herum. Als Wanseesegler sollte man das gewohnt sein, hier aber nimmt man das schneller als viel Verkehr wahr.
    Der Wind drehte langsam. Irgendwann mussten wir kurze Passagen mit dem Motor unterstützen, irgendwann liefen wir aber direkt gegenan. Der Wind hatte auf Ost gedreht und unser Kurs führte uns genau in diese Richtung. Zudem flaute der Wind nicht wie angekündigt ab, sondern frischte auf. Waren wir zu Beginn des Tages in Shorts und T-Shirt unterwegs, war der über die freie Wasserfläche Wind gegen Nachmittag schon spürbar kühl. Die Loef stampfte durch die Wellen, aber Platz um unter Segel zu kreuzen gab es nicht wirklich, obwohl die Wasserfläche recht offen war. Die Schären sind mitterweile kahl und von Wind und Wetter geprägt. Wir setzten letztlich Kurs auf den Hafen von Landsort, wir gegen halb acht abends festmachten.
    Nach dem Essen saßen wir noch gemütlich zusammen, ein paar Geschichten wurden erzählt, wir freuten uns über einen weiteren schönen Segeltag. Und  natürlich entstanden die Törnberichte!

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  • 1A! Hoffe, Ihr bekommt doch noch etwas besseren Wind und br...
  • Hey, klingt ja super! Allen noch viel Spaß! LG aus Berlin...
  • Hach, nachdem die Berichterstattung diesmal während des Tö...
  • Hallo liebe "HARMONIE" Crew, wir wünschen noch einen net...
  • Na, dann eine letzte gute Nacht an Bord und gute Rückreise!...